Ökologisches Kompetenzzentrum Oldenburger Land schafft Blänken für Amphibien und verbindet Kleingewässerbiotope
Zielsetzung
Amphibien brauchen Feuchtbiotope mit wechselnden Wasserständen als Laich- und Larvenhabitat. Fischfreie Kleingewässer, die in Trockenperioden trockenfallen sind in der intensiven Agrarlandschaft selten geworden. Darum möchte das ÖKOL diese überlebenswichtigen Strukturen wieder schaffen, um Amphibien, Libellen und bestimmte Käferarten zu fördern und durch ein Kleingewässerbiotopverbundprojekt auch die genetische Ausbreitung zu sichern. Eine wichtige Zielart der Kleingewässeranlage ist der bestandsgefährdete Kammmolch (Triturus cristatus). Die Biologen des ÖKOL H. Hanella und P. Krämer haben zudem kürzlich die streng geschützte und in Norddeutschland sehr seltene FFH-Art (Anhang IV) Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) ganz in der Nähe gefunden, auch er könnte sich potenziell in den neu angelegten Blänken etablieren.
Projektbeschreibung
Auf einer Fläche von ca. 2 ha an der Lethe im Bereich Wardenburg sollen am 27.01.2026 drei Blänken unterschiedlicher Größe und Tiefe durch die Firma Erdbau Kruse mit insgesamt 500 m2 angelegt werden. Sie sollen sporadisch trockenfallen, damit sich kein Fischbesatz etabliert und definierte abgeflachte Uferzonen und Flachwasserbereiche sowie auch höhere Pflanzen am Rand enthalten, um damit Amphibien, Libellen und anderen wassergebundenen Organismen ein optimales Habitat und Reproduktionsgewässer zu bieten. Die Fläche steht im Eigentum des Landkreises Oldenburg, wird einmal im Jahr gemäht und das Schnittgut abgefahren. U. Tröndle, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde, unterstützt die ökologische und biodiversitätsfördernde Verbesserung der Fläche. Die Stiftung Gewässerschutz fördert das Projekt dankenswerterweise mit einer Summe von 8.970 Euro. Das ÖKOL übernimmt die Pflege und ein langfristiges Monitoring durch die Biologen. Ziel ist, Kenntnisse über die optimale Struktur der Blänken in Bezug auf die Attraktivität für unterschiedliche Arten zu erlangen und ein größeres Kleingewässerbiotopverbundsystem an der Lethe zu realisieren. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung gefährdeter Amphibienarten, auch Wiesenvögel wie der Kiebitz profitieren von diesen Wasserstellen. Der Erfolg dieses Projekts wird durch das gemeinsame Wirken der Kooperationspartner ÖKOL, Landkreis Oldenburg, Jägerschaft und Landwirtschaft sowie die Förderung der Stiftung Gewässerschutz sichergestellt.



